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ArtProfil 2/2006

 

Die Malerin Uschi Choma sucht sich ihre Themen nicht, es scheint vielmehr umgekehrt, dass sich die Themen die Malerin suchen. Inhalte, als Leitlinien ihrer Malerei, ergeben sich in diesem Falle assoziativ, sind nie eindeutig zu erkennen und drängen sich dem Betrachter nicht unmittelbar auf. In der Regel sind ihre Kompositionen offen gestaltet, sodass der Betrachter eigene Gemütsstimmung einbringen kann und Unterschiedliches assoziieren wird.

Offenkundig ist, dass die Künstlerin ganz persönliche, emotionale Erfahrungen in ihre Bilder einbringt. Freude oder Trauer, Ängste oder Hoffnungen, positive oder negative Grundgefühle fließen in ihre vielschichtig aufgebauten Bilder ein und manifestieren sich in der Farbwahl, in der Art des Bildaufbaus, im Duktus und in der Linienführung.

Charakteristisch für das Schaffen der Künstlerin sind Zyklen, Einzelwerke, die für sich stehen, aber dennoch einem gemeinsamen Thema verpflichtet sind und bestimmte Leitgedanken aus unterschiedlicher Perspektive umkreisen, Zyklen, die für sich stehen, aber dennoch einem gemeinsamen Thema verpflichtet sind und bestimmte Leitgedanken aus unterschiedlicher Perspektive umkreisen, interpretieren oder mit visuellen Erlebnissen verbinden. Auf diese Weise ergibt sich sowohl für die Malerin als auch für den Betrachter immer wieder ein neuer Zugang. Dies ist beim Zyklus "Landstriche" ebenso der Fall wie bei einer neuen Serie, in der es um " Kokons" geht. Kokons sind Verpuppungen, wie sie Insekten vornehmen. Die weichen Geflechte, die dabei entstehen, erinnern auch an Gestein, an Panzer, die nach außen gerichtet sind und so das Gefühl des Rückzugs oder der Geborgenheit evozieren.

  

links: "Orient" (aus dem Zyklus "Landstriche"), 2005, Acryl/Mischtechnik auf Papier, 30 x 40 cm
rechts: "Aussaat" (aus dem Zyklus "Landstriche"),2005, Acryl/Mischtechnik auf Leinwand, 40 x 60 cm.


Bei den "Landstrichen" ist die Horizontlinie das bedeutungstragende Element. Durch die starke Betonung dieser Linie ergeben sich Vorstellungen von bestimmten Landschaftsformen, die wohl bei jedem Betrachter unterschiedlich sein werden und je nach persönlicher Vorliebe ausgestaltet sind. Dies fällt leicht, denn die Kornpositionen erscheinen sehr abstrakt. Kein Haus ist angedeutet, kein Baum. Nur Farbflächen und Linien lenken die Phantasie des Betrachters und dadurch auch dessen Blick auf das Bild. Deutet man die schwarzen Gitterkonstruktionen, die in mehreren Werken vorkommen, als eine Art Käfig, spürt man die Einschränkung. Aber das Licht am Horizont, das sich durch ein silberleuchtendes Grau Bahn bricht, kann zweifellos als Zeichen der Hoffnung gedeutet werden.

  

links: "Aufbruch", 2004, 30 x 40 cm, Acryl/Mischtechnik auf Leinwand
rechts: "Mauer", 2005, 30 x 40 cm, Acryl/Mischtechnik auf Papier


Jede einzelne Arbeit von Uschi Choma lässt unterschiedliche Interpretationsmöglichkeiten zu und setzt einen Dialog mit denn Betrachter in Gang. Der lebendige Dialog ist deshalb möglich, weil auch der Entstehungsprozess der Bilder ein dialogischer ist. Die Werke der Künstlerin entstehen selten in einem durchgängigen Verlauf. Immer wieder nimmt sie Abstand, lässt angefangene Werke eine Weile auf sich wirken, bis sie wieder zum Pinsel greift und daran weiterarbeitet. Dabei kommt es nicht selten vor, dass die Komposition eine ganz andere Richtung nimmt als zunächst angedacht. Farbschichten werden wieder entfernt, neue aufgetragen. Konstruktion und Destruktion gehen dabei Hand in Hand.

Die sprechenden Oberflächen, die für die Bilder von Uschi Choma charakteristisch sind, zeigen Verletzungsspuren wie Narben, die mit groben Stichen vernäht wurden. An manchen Stellen ist die getrocknete Farbe wieder abgekratzt, sodass die unteren Schichten hervorleuchten, andere Partien wurden übermalt. Der Malakt selbst hat sich in Gestalt von ganz unterschiedlichen Spuren im Bild niedergeschlagen. In seiner Intensität gibt er den Werken der Künstlerin eine enorme Ausdruckskraft. Wie im wahren Leben gehen in der Malerei der Künstlerin Wachstum, Verletzungen und Neubeginn Hand in Hand.

Insofern sind ihre Bilder Spiegelbilder, in denen reale Entwicklungen in künstlerische Prozesse umgesetzt wurden. Viel stärker noch als die Leitthemen, von denen eingangs die Rede war, sind diese Spuren, die sich im Bild niederschlagen, das eigentliche Thema der Malerei der Leonbergerin. Ihr geht es um die bildnerische Konservierung von unterschiedlichen Emotionen, die parallel verlaufen, aber auch gegensätzlich sein können. Hierfür hat sich die Künstlerin eine ganze Palette von Möglichkeiten erarbeitet. Uschi Choma wurde auf dem autodidaktischen Weg zur Malerin. Zu ihrem Beginn besuchte sie Aquarellkurse.

Sie erkannte jedoch rasch, dass das Aquarell nicht ihr Medium ist. Uschi Choma braucht die Auseinandersetzung mit dem Material, wie sie ihr die Aquarellmalerei nicht bieten konnte. Im Laufe von etwa zehn Jahren entwickelte sie eine Technik, die auf Acrylfarbe als Grund aufbaut, diese Farbe aber mit anderen Materialien mischt, um so eine lebendige Oberfläche zu erreichen. Manche Bilder werden von ihr mit Pastellkreide überarbeitet, um deren Leuchtkraft zusätzlich zu steigern.

Atelier Uschi Choma
Tel.: 07152/33 50 94
Mobil: 0172/ 73 51 423
E-Mail: uschichoma@web.de
www.uschi-choma.de

Ihre Arbeiten werden vertreten durch:
Galerie Grußendorf • Zwerchstraße 6 • 71229 Leonberg
Tel.: 07152/926 763 • Fax: 07152 926 765
Öffnungszeiten: Do.-Fr. 15-18 Uhr • Sa. 10-13 Uhr


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